Die Quelle der tödlichen EHEC-Bakterien in Deutschland bleibt rätselhaft

  Neuigkeiten
  Archief
  Kalender

14 Jun 2011

Nach der Gurke wird nun die Sojasprosse in die Verdachtsdatenbank aufgenommen. Sojasprossen waren ein logischer Kandidat, sagt die Lebensmittel-Mikrobiologin Wilma Hazeleger von der Wageningen University,  Teil der Wageningen UR.

In unserem Unterricht benutzen wir Sojasprossen als Modelgemüse, weil sich darauf so viele Bakterien befinden. Das kommt durch die Art und Weise, wie Sprossen angebaut werden. Die Sojasprossen werden in einem Wasserbad unter hoher Temperatur eingeweicht- dies geschieht unter Verhältnissen, die für Bakterien optimal sind. Sojasprossen können also hohe Konzentrationen an Bakterien enthalten. Die meisten sind jedoch nicht krankheitserregend.

EHEC ist ein Darmbakterium, das zu der Gruppe der E. coli gehört. Es kam schon einmal auf Sojasprossen in China und den USA vor, wo es mit Stücken Fleisch in Kontakt kam. Wahrscheinlich passierte dies aufgrund von unhygienischen Umständen während des Schlachtens. Probleme treten wegen eines Giftstoffes auf, den die Bakterien ausstoßen. Rinder sind oft Träger des EHEC, erkranken selber aber nicht daran.

Wir wissen noch immer nicht, was die Quelle der Infektion ist. Die Forschung danach ist sehr schwer, da EHEC eine Inkubationszeit von einer Woche bis zehn Tagen hat. Außerdem gehen Menschen nicht am nächsten Tag sofort zum Hausarzt. Patienten müssen sich als noch erinnern, was sie zwei Wochen früher gegessen haben. Sagen wir, das Bakterium befindet sich zum Beispiel im Wasser. Dann finden wir die Quelle womöglich nicht. Oder ein kranker Arbeitnehmer mit Durchfall hat das Bakterium in einem Gartenunternehmen verbreitet. Das ist sehr gut möglich, da eine kranke Person Millionen an Bakterien von sich gibt und man nur Hundert benötigt um krank zu werden. Vielleicht ist die Quelle auch nicht mehr auffindbar. EHEC ist aber ein sehr interessanter Fall für unseren Unterricht,  um zu zeigen wie es in der Mikrobiologie von statten geht.

Es besteht jedoch kein Grund zur Panik. Es besteht auch kein Grund auf Verzehr von rohem Fleisch zu verzichten. Man kann trotzdem weiterhin sein Steak medium oder rare essen. Von innen ist Fleisch prinzipiell steril. Es ist wichtiger das Fleisch von außen gut anzubraten, da sich dort Bakterien befinden. Gehacktes muss jedoch immer gut gebraten sein. | Albert Sikkema

Newseintrag drucken