Eine gesunde und nachhaltige Ernährung beschäftigt Jugendliche noch nicht

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19 Jan 2011

„Ungesund essen? Kein Problem, solange man nicht dick davon wird.“

Jugendliche schenken einer gesunden und nachhaltigen Ernährung wenig Aufmerksamheit. An einer Auswahl von gesunden Lebensmitteln sind sie erst interessiert, wenn sie Gefahr laufen dick zu werden. Nachhaltige Lebensmittel sind häufig unbekannt oder werden als etwas für später angesehen. Gesunde und nachhaltige Ernährungsgewohnheiten scheinen am besten durch Eltern und Erzieher gefördert zu werden. Dies sind einge der markanten Ergebnisse einer Befragung von 650 Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren, die die Wageningen UR (University & Research Centre) im Auftag des Ministeriums für Wirtschaft, Landwirtschaft und Innovation durchgeführt hat.
 

Zwischen ihrem 11. und 18. Lebensjahr definieren Jugendliche ihre Identität. Das ist auch die Zeit, wenn sie mit Lebensmitteln experimentieren; sie naschen mehr und überspringen auch schon mal eine Mahlzeit. Andererseits zeigen bisherige Forschungen, dass Menschen in diesem Lebensabschnitt sehr konservativ in der Wahl ihrer Nahrung sind und Produkte wählen, die Menschen in ihrer Umgebung (Eltern, Mitschüler und Freunde) essen.

Die Wahrnehmung von Lebensmitteln
Lebensmittel scheint Jugendliche nur wenig zu interessieren. Junge Menschen essen außer Haus, was sie mögen oder was die Eltern mit zur Schule gegeben haben. Essen ist in der Schule kein übliches Gesprächsthema. Darüber wird nur gesprochen, wenn jemand etwas Ausergewöhnliches isst, oder wenn sie zusammen etwas kaufen. Essen, das selbst gekauft wird, wird als etwas Besonderes angesehen im Gegensatz zu dem, was es gratis zu Hause gibt.
Eine gesunde Ernährung beinhaltet aus der Sicht der Jugenslichen, dass man Obst und Gemüse isst und das Snacks ausgelassen werden. Ungesund finden sie Chips, Süßigkeiten und Kuchen. Sich gesund oder ungesund zu ernähren, wird für sie erst relevant, wenn es um (über-) Gewicht geht. Solange man nicht dick ist, sind ungesunde Lebensmittel akzeptable.

Die Herkunft von Lebensmittel ist für Jugenliche kein spannendes Gesprächsthema. Auch das Prinzip der Nachhaltigkeit beschäftigt sie nicht.

Beeinflussung
Zu Hause haben Jugendliche einen begrenzten Einfluss auf die Wahl der Lebensmittel. Die Eltern entscheiden, was zu Hause gegessen wird. Kinder und Jugendliche können das höchstens beeinflussen. Die meisten Eltern halten an bestimmten Essensregeln fest: Es wird zusammen gegessen und man muss alles mal probieren, auch wenn man denkt, dass man es nicht mag. So gesehen scheint das Zuhause ein wichtiger Ausgangspunkt zu sein, um Jugendliche an eine gesunde und nachhaltige Ernährung zu interessieren.

Die Schule hat auch einen Einfluss, besonders durch das Angebot in den Schulkantinen gesünder, nachhaltiger und attraktiver zu machen. Das Essen in der Kantine muss aber trotzden etwas Besonderes bleiben, sonst gehen die Schüler in Restaurants und Imbisse in der Nähe der Schule oder zu einem Supermarkt.
Aussehen und Lebensweise können ein wichtiger Input  für Kampagnen sein, die darauf ansetzen, junge Menschen zu einer gesünderen und nachhaltigeren Ernährung zu bewegen. 

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Gemma Tacken
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