Innovative Forschung zur Malariabekämpfung ohne Insektizide ins Leben gerufen

  Neuigkeiten
  Archief
  Kalender

31 Okt 2011

Mit einem in Oktober gestartetem Projekt mit einem neuen, nicht-toxischen Ansatz zur Bekämpfung von Malaria hoffen Forscher, Malaria nicht nur auf lokaler Ebene in Afrika zu beseitigen, sondern auch die lokale Bevölkerung mit Solarenergie zu versehen. Dieses Forschungsprojekt wurde durch eine Spende der Stiftung COmON an den Wageningen University Fund möglich gemacht.

Forscher von der Wageningen University, ein Teil der Wageningen UR, wollen die Insel Rusinga im Viktoriameer von Malaria befreien. Durch die Isolation der kenianischen Insel werden äußere Einflüsse begrenzt. In dem sogenannten Solarmal-Projekt stellt das Team Mückenfallen auf, die die Malariamücken von der lokalen Bevölkerung weglocken. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der örtlichen Gemeinde ausgeführt, die später dann selbst die Zügel in die Hand nimmt, um auch weiterhin Malaria fern zu halten.

Die Mückenfallen werden außerhalb und in der Nähe der Häuser der 30.000 Einwohner der Insel von etwa 10 mal 15 km gehängt. Die Fallen enthalten menschliche Gerüche, die die Mücken anziehen und dadurch verhindern, dass sie in die Häuser fliegen. Einmal gefangen, sterben die Insekten an Austrocknung. Als Ergebnis sind die Insektiziden überflüssig. Die Stromversorgung für die Ventilatoren der Fallen kommt aus einem Solarpanel auf dem Dach. Dies sorgt nicht nur für den Betrieb der Fallen, sondern versorgt die Familie auch mit Licht und einer Ladestation für Mobiltelefone. Bewohner die dennoch von Malaria betroffen werden, können auf eine ausreichende medizinische Hilfe durch den örtlichen Gesundheitsdienst rechnen, der einen Teil des Projekts ausmacht. Auf diese Weise wird Malaria in fünf Jahren von der Insel Rusinga vertrieben. Das Projekt ist ein Modell für den Ansatz der Malariabekämpfung in anderen Orten Afrikas.

Das Solarmal-Projekt steht unter der Leitung von Prof. Dr. Willem Takken, Professor der Medizinischen und Veterinären Entomologie an der Wageningen University. Er arbeitet mit den lokalen Gesundheitsbehörden und mit dem International Centre of Insect Physiology and Ecology (ICIPE). Sowohl wageninger als auch kenianische Studenten nehmen an dem Projekt teil. Zuvor analysierte das Team von Prof. Dr. Takken menschliche Geruchstoffe, wie zum Beispiel die Komponenten des Schweißgeruchs, auf die Malariamücken reagieren um ein Opfer zu finden.  
  
Die WHO berichtet im Oktober, dass die Zahl der Malariafälle weltweit im letzten Jahrzehnt leicht auf immer noch 225 Millionen gesunken ist und dass die Zahl der Toten, meistens Kinder, im Jahr 2009 noch 781.000 betrug. Etwa 2,5 Millionen Menschen infizieren sich jedes Jahr mit dem Parasiten, der durch infizierte Mücken durch einen Stich von einer zur anderen Person übertragen wird. Die jährlichen Kosten für Afrika, wo Malaria am schlimmste ist, betragen rund 8,7 Mio. Euro, hauptsächlich verursacht durch den Verluste von Arbeitskräften.

Mehr Informationen erhalten Sie durch Prof. Dr. Willem Takken, Fachbereich Entomologie der Wageningen University, Tel. 0317 484652, willem.takken@wur.nl; bei Monique Montenarie, Wageningen University Fonds, Tel. 0317 483490, monique.montenarie@wur.nl; oder Jac Niessen, wissenschaftlicher Mitarbeiter Wageningen UR, Tel. 0317 485003, jac.niessen@wur.nl.


Newseintrag drucken