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7 Dez 2011
In Wageningen ist ein typischer Tag durchschnittlich 2,4 Grad wärmer als außerhalb der Stadt. So ist es im Sommer und im Winter. Aber keine Sorge: mehr Grün sorgt für Abkühlung.
Der Unterschied in der Temperatur zwischen städtischen und ländlichen Gebieten kann an einem heißen Sommertag bis zu mehr als fünf Grad betragen. Meteorologen nennen dies den Wärmeinsel-Effekt (heat island effect): Die Stadt gesehen als eine warme Insel in einem kühlerem Umland. Forscher Gert-Jan Steeneveld von der Fachgruppe Meteorologie und Luftqualität der Wageningen University, Teil der Wageningen UR, berechnete mit Kollegen und Studenten die Auswirkungen für ca. zwanzig niederländische Städte.
Amateure Dass die Städte die Wärme gut festhalten, ist bekannt. Jedoch wurde die Wärme in unserem Land bis vor kurzem nicht als ein Problem gesehen, aber der Klimawandel und eine Reihe von heißen Sommern hat alles verändert. Hitzestress und was man dagegen tun kann sind ‚heiße‘ Themen. Steeneveld ist der Erste, der den Insel-Effekt für die niederländischen Städte abgebildet hat. Dafür verwendete er Daten von Hobby-Meteorologen, weil offizielle Wetterstationen in Städten kaum vorhanden sind. KNMI (Koninklijk Nederlands Meterologisch Instituut) misst nicht in den Städten. Dahingegen messen Amateure schon in Städten und in der Regel auch mit teurer professioneller Ausrüstung und über einen langen Zeitraum.
Hitzestress Die wageninger Forscher berechneten einen maximalen täglichen Wärmeinsel-Effekt, indem sie die Differenz zwischen städtischen Temperaturen und den Temperaturen der nächsten KNMI Station verglichen. Wageningen kommt dann auf durchschnittlich 2,4 Grad. Aber die Unterschiede in den verschiedenen Städten sind relativ groß. Rotterdam, zum Beispiel, kommt auf 2,8 Grad, während Groningen nicht mal die Hälfte erreicht. Das kommt durch die Lage in der Nähe vom Meer und dem starkem Wind im Norden. Steeneveld berechnete auch den Hitzestress, den der Wärmeinsel-Effekt mit sich bringen kann. Die (empirische) Schwelle wird nur selten überschritten. Doch ein Drittel der Städte hat sieben Tage jährlich zu tun mit Hitzestress. Für eine Stadt wie Rotterdam ist die Anzahl sogar verdoppelt.
Bebauung Die gute Nachricht ist, dass es ein einfaches Heilmittel für Wärme gibt: mehr Grün. Steeneveld zeigt eindeutig an, dass es eine lineare Beziehung zwischen Grün und Wärmeinsel-Effekt gibt. "Mit einem Prozent mehr Grünanlagen, nimmt der Effekt um 0,06 Grad ab." Und das ist für Stadtplaner wichtig. Steeneveld: "Die haben zwei Elemente um den Effekt zu lenken: Wasser und viel Grün. Die Wirkung von Wasser haben wir auch untersucht, aber die ist weniger klar. " Dass die Städte die Wärme festhalten, hat unter anderem mit den Gebäuden zu tun. Durch hohe und dichte Bebauung kann weniger Hitze direkt abgeleitet werden. Städte mit hoher Bevölkerungsdichte haben daher mehr mit dem Wärmeinsel-Effekt zu tun. Es gibt aber auch eine Kehrseite: hohe Gebäude sorgen am Morgen für einen kühleren Ort. | Roelof Kleis
Dieser Bericht wurde aus der Resource entnommen, dem Magazin für Wageningen UR (University & Research centre). Für mehr Informationen: resource@wur.nl . Siehe auch www.resource.wur.nl
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