Amtseinführung von Professor Hazeleger
Zuverlässige Wettervorhersagen werden nie weiter reichen als bis in die nächste Woche. Daher beruhten die jüngsten Prognosen von einem schrecklichen Winter nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnisse. Dennoch ermöglichen raffinierte Klimamodelle, die Art des zu erwartenden Wetters der nächsten Jahrzehnte zu beschreiben. Dies ist die Kernaussage einer Rede von Professor Wilco Hazeleger während seiner Amtseinführung als Professor für Klimadynamik an der Wageningen University, Teil der Wageningen UR, am 19. Januar 2012.
Theoretisch sind Wettervorhersagen nicht geschickt, um das Wetter für mehr als ein paar Wochen im Voraus zu bestimmen. Diese Begrenzung resultiert aus dem chaotischem Verhalten der Atmosphäre. Aber das ist nicht das Ende vom Lied, sagt Prof. Wilco Hazeleger. In seiner Antrittsreden mit dem Titel ‚Talen van de Weer Toekomst‘ (Berichte des zukünftigen Wetters). Einige Klimaschwankungen haben ein periodisches Muster und ermöglichen es uns dadurch, Jahreszeiten im Voraus vorherzusagen. Ein Beispiel dieser periodisch treibenden Kräfte sind El Niño und El Niña im tropischen Pazifik.
Noch langsamere Schwankungen, wie im Nordatlantischen Ozean, erstrecken sich über Jahrzehnte und bieten die Möglichkeit, den Wettertrend über mehrere Jahre zu prognostizieren. „Natürlich können wir nicht festlegen, wie das Wetter am 18.Januar 2018 sein wird. Wir können aber schon sagen, ob die Chance besteht, dass die Winter zwischen 2015 und 2020 kälter sind als normal.“, so der Professor.
Wir können auch mit gewisser Sicherheit eine Vorhersage für die nächsten 100 Jahre machen. Dies ist aufgrund der zunehmenden Konzentration der Treibhausgase möglich, die eine Erwärmung des Klimas verursachen. Es sind vor allem die langsamen Entwicklungen, die vorhersehbar sind.
Kurz gesagt, die Prognosen auf kurzer Sicht sind ziemlich genau. Die Genauigkeit fällt für Vorhersagen in den nächsten Monaten, aber steigt wieder bei Vorhersagen für die nächsten Jahre oder Jahrzehnte. „Die Vorhersagen eines schrecklichen Winters in diesem Jahr hatten keine wissenschaftlichen Grundlagen“, sagt Prof. Hazeleger.
Langfristiges Klima
Wie stark die Erde sich erwärmt, ist abhängig von Veränderungen in der Luftfeuchtigkeit der Atmosphäre, der Anteil feiner Partikel oder Wolken. Bereits 1979 wurde geschätzt, dass bei einer Verdoppelung der CO2-Konzentration, die Temperatur zwischen 1,6 und 4,5 Grad steigen wird. „Jetzt, 30 Jahre später, hat sich die Spanne dieser Schätzung nicht geändert“, sagt Prof. Hazeleger. Er erwartet auch nicht, dass sich diese Schätzung ändern wird.
Es ist offensichtlich, dass die Temperaturen und der Meeresspiegel steigen und dass die Eiskappen schmelzen. „Wie auch immer Sie es drehen, es gibt so viele Hinweise, dass Menschen das Klima beeinflussen.“ Die Atmosphäre kann relativ wenig Wärme halten (da die Luft relativ ‚dünn‘ ist, und daher eine begrenzte Wärmekapazität besitzt), aber die Erwärmung des Ozeans (mit einer großen Wärmekapazität) zeigt, dass die Klimaerwärmung tatsächlich stattfindet. „Diese Erwärmung ist nur zu erklären, wenn man die Treibhausgasemissionen durch den Menschen einberechnet.“ Daher plädiert der neue Professor für Klimadynamik für Messungen in den Ozeanen.
Wilco Hazeleger (geboren 1971 in Barneveld) schloss im Jahr 1994 sein Studium in Meteorologie an der Wageningen University mit Auszeichnung ab. In 1999 in Utrecht erhielt er seinen Doktortitel in der physikalischen Ozeanographie. Seit 2006 leitet er die Abteilung für globales Klima des KNMI (Königlich-Niederländisches Meteorologisches Institut). Er ist auch Vorsitzender von einem europäischen Konsortium für Klimamodellierer und ist Mitglied der Kommission für den globalen Wandel bei KNAW (Königlich-Niederländische Akademie der Künste und Wissenschaften). Prof. Hazelagers Forschung und Lehraktivitäten finden statt in Zusammenarbeit mit den Lehrstuhlgruppen für Meteorologie und Luftqualität, Erdsystemwissenschaften und Klimaveränderungen.
Mehr Informationen können Sie erhalten durch: Prof. Wilco Hazeleger, Tel. +31 (0)30 2206718 (KNMI), wilco.hazeleger@wur.nl, oder Jac Niessen, wissenschaftlicher Informationsbeauftragter der Wageningen UR, Tel. +31 (0)317 485003, jac.niessen@wur.nl.